Essensplanung

Lange habe ich überlegt, ob ich darüber schreiben soll. Lange habe ich Essenpläne verneint und wollte sie nicht im Haus haben. Was hat sich geändert?

Durch Corona, Kurzarbeit und Lockdown fällt mir ein Teil meines Einkommens weg. Die Tatsache an sich ist für mich zum Glück noch nicht sehr tragisch, aber ich merke es schon am Kontostand, vor allem wenn ich – so wie es in den letzten Monaten eingerissen ist – mindestens einmal die Woche Pizza und Eis bestelle und auch sonst viel Blödsinn kaufe. Ich habe sehr nach Gusto gegessen und gekocht; leider sind dann so manche Lebensmittel schlecht geworden, weil ich sie zwar gekauft, aber dann eben doch keinen Gusto auf sie hatte.

Meine Gründe für Essenspläne sind also zweifach: einerseits um wieder mehr selbst zu kochen und dadurch Geld zu sparen, und andererseits um auch wirklich die Dinge, die ich kaufe, zu verarbeiten. Und dass Selbstgekochtes meistens gesünder ist als Bestelltes, kommt noch als Bonus on top.

Wie gehe ich meine Essensplanung also an? Die ersten 14 Tage meiner Essensplanung haben sich fast ausschließlich aus Dingen ergeben, die ich ohnehin zuhause hatte. Eingefrorene Schnitzel oder Fisch; Nudeln und Reis, die in fast jeder Vorratskammer zu finden sind; diverse Konserven. Ich habe so geplant, dass es abwechslungsreich ist, und ich nur wenig dazu einkaufen muss; hauptsächlich frisches Gemüse. Und jetzt plane ich vor allem um das Gemüse herum, da die gekauften Mengen meistens bei mir mehr als eine Mahlzeit ausmachen, und ich aber nicht an drei aufeinanderfolgenden Tagen das gleiche essen möchte.

Wie könnte das also aussehen?

Nehmen wir mal an, ich kaufe frischen Babyspinat und Blumenkohl. So könnte also an Tag 1 gebratener Lachs mit Spinatgemüse am Speiseplan stehen,; gefolgt von Blumenkohlcurry an Tag 2; Spinatspaghetti an Tag 3, und überbackenem Blumenkohl an Tag 4. Zu diesem Zeitpunkt ist der Spinat wahrscheinlich aufgebraucht, der Blumenkohl wahrscheinlich noch nicht, aber viel länger hält er sich nicht, das heißt ich benötige noch ein Gericht mit Blumenkohl, das aber kontrastreich zum Überbackenen vom Vortag ist. Cremesuppen bieten sich im Winter immer an, meiner Ansicht nach, und wenn man ein paar kleine Kartoffeln mit dazu gibt, sind sie reichhaltig genug um eine Mahlzeit darzustellen (oder man peppt sie mit geröstetem Brot auf in einer Art Eintopf?). Ich stöbere viel auf Rezeptseiten herum mit der Hauptzutat, die ich habe, und wähle dann eines der Gerichte für den Speiseplan aus.

Da ich aufgrund meiner Fastenroutine erst sehr spät frühstücke, esse ich meistens am späten Nachmittag mein Abendessen. Daher brauche ich nur eine große Mahlzeit für den Essensplan. Aber ich denke, wenn ich 2 Mahlzeiten am Tag bräuchte, würde diese Vorgehensweise auch funktionieren.

Auf diese Art und Weise werden mir viel weniger Lebensmittel schlecht, was im Sinne von Zero Waste ja schonmal gut ist. Und zusätzlich spare ich auf diese Art und Weise auch Geld beim Einkaufen – es ist eigentlich erschütternd, wie selbstverständlich ich beim Lieferdienst über 20 Euro für eine Pizza, ein Ben&Jerry’s und eine Coke bezahlte, während ich um diesen Betrag für mehrere Tage frisch und gesund kochen kann.