Wie sinnvoll ist Kalorienzählen?

Disclaimer zu Beginn: das alles hier ist meine persönliche Meinung und ich habe keine Ausbildung als Ernährungscoach oder -berater. Ich erzähle einfach nur von meinen Erfahrungen und meinen Schlussfolgerungen.

Ich habe kürzlich eine Diskussion geführt zum Thema Kalorienzählen. Ja, ich habe es gemacht, und ich finde es durchaus eine sinnvolle Methode, vor allem in Vorbereitung auf eine langfristige Ernährungsumstellung. Notwendig dafür ist es aber aus meiner Sicht, sich auch wirklich damit auseinanderzusetzen und nicht einfach nur Mengen in eine App einzugeben und dann zu sehen, ob man im roten oder noch im grünen Bereich ist.

Ein großer Vorteil in meinen Augen vom Kalorienzählen ist es, dass man viel über die verschiedenen Lebensmittel lernen kann und somit vor allem versteckte Kalorien erkennt. Ich war geschockt als ich realisiert habe, wie viele Kalorien in einem Esslöffel Olivenöl stecken! Ich bin ein Mensch, der seinen Salat gerne in Dressing ersäuft – und dadurch wird dann der vermeintlich gesunde Salat auf einmal wieder doch etwas kritisch und vielleicht erkennt man so die Problemchen, die Grund dafür sein können, dass man nicht abnimmt obwohl man doch “eh nur” Salat isst.

Ebenso war für mich augenöffnend, wie wenig Kalorien doch das meiste Gemüse hat, und wie viel man davon essen kann um die gleiche Kalorienanzahl eines kleinen belegten Brötchens zu erreichen. Oder wie viele Kalorien in frischen Fruchtsäften stecken aufgrund des Fruchtzuckers. Die Liste lässt sich wohl noch endlos fortführen.

Finde ich Kalorienzählen gut im langfristigen Sinn? Für mich persönlich käme das eher nicht in Frage, weil es super mühsam ist, es korrekt zu machen. Bei der Zubereitung alle Mengen genau abwiegen und eintragen; wenn man für mehrere Personen kocht muss man es dann wieder durch die Portionen dividieren (und idealerweise auch wieder abwiegen), und dadurch wird es ungenau. Es wäre mir eine zu große Einschränkung in meinem Alltag – und wenn man Mengen schätzt und dem entsprechend einträgt, kann man sich super gut selbst belügen und falsche Listen führen.

Aber zwischendurch mal, um ein Gefühl für seine Portionsgrößen zu bekommen, um die verschiedenen Lebensmittel kennenzulernen und für sich zu entscheiden, ob man sie dann trotz einer vermeintlich schlechten Kalorienbilanz essen möchte, macht es für mich durchaus Sinn und kann in einer langfristigen Umstellung hilfreich sein. Aber natürlich wie immer unter der Prämisse, dass man etwas draus lernen möchte und seine eigenen Schlüsse für die zukünftige Ernährung zieht.

Meine ganz persönlichen Schlussfolgerungen, die ich aus dem Kalorienzählen gezogen haben, sind zum Beispiel:

  • Gebäck hat viele Kalorien und deshalb meide ich es. Ich kann viel mehr von anderen Dingen essen, was ich mehr genieße. Beim Burger essen kommt meistens der Deckel runter und ich essen den Belag plus Boden – meistens reicht das für mich von der Portionsgröße her absolut aus.
  • Ebenso lasse ich meistens den Rand meiner Pizza übrig, wenn ich eine esse. Kein Belag mehr, nur Pizzabrot = leere Kalorien, die ich lieber einspare um mir noch ein Dessert zu gönnen.
  • Säfte aller Art sind bei mir von der Einkaufsliste gestrichen; ich trinke Wasser, schwarzen Kaffee und ungesüßten Tee. Ab und zu kommt ein kalorienarmer Softdrink zur Abwechslung dazu.
  • Salatdressings sind bei mir Essig, Öl und Gewürze; keine fertigen Dressingsoßen oder so, die oftmals auch noch Zucker und zusätzliche versteckte Kalorien beinhalten.
  • Ich war zum Glück noch nie ein besonders großer Nudel-Fan, aber auch aufgrund der Kalorienbilanz kommen sie nur eingeschränkt als Beilagen bei mir auf den Teller.
  • Käse (Mozzarella und Feta) sättigt gut aufgrund des Fettanteils, aber hat auch wieder überraschend viele Kalorien.

Ich könnte diese Liste noch endlos weit fortführen, aber ich lasse euch ans Wort. Was sind eure Erkenntnisse, die ihr aus dem Kalorienzählen gezogen habt?